
Der Kauf einer bestehenden GmbH bietet zahlreiche Vorteile gegenüber einer Neugründung: Sie sparen Zeit, können sofort geschäftsfähig handeln und profitieren möglicherweise von einer etablierten Bonität. Doch welche Kosten kommen beim Erwerb einer Vorratsgesellschaft tatsächlich auf Sie zu? In diesem Artikel erhalten Sie eine detaillierte Übersicht aller Kostenpunkte – von offensichtlichen bis zu versteckten Gebühren.
Wer eine GmbH kaufen möchte, sollte mit Gesamtkosten zwischen 3.000 und 8.000 Euro rechnen. Diese Spanne erklärt sich durch unterschiedliche Faktoren wie den Zustand der Gesellschaft, deren Alter und die enthaltenen Leistungen des Anbieters.
Der eigentliche Kaufpreis für die GmbH bildet den größten Kostenblock. Hier gibt es erhebliche Unterschiede:
Der Kaufpreis deckt üblicherweise die Abtretung sämtlicher Geschäftsanteile sowie die Übertragung der Gesellschaft ab. Beim Preis sollten Sie darauf achten, welche Zusatzleistungen bereits enthalten sind.
Die Übertragung von GmbH-Anteilen muss notariell beurkundet werden. Hier entstehen Kosten von etwa 300 bis 800 Euro, abhängig vom Stammkapital und dem Kaufpreis. Die Notargebühren richten sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und sind daher bundesweit einheitlich geregelt.
Bei einer Standard-GmbH mit 25.000 Euro Stammkapital und einem Kaufpreis von 3.000 Euro sollten Sie mit Notarkosten von circa 400 bis 500 Euro rechnen. Hinzu kommen gegebenenfalls Auslagen für Kopien, Beglaubigungen und Porto.
Nach dem Notartermin muss die Anteilsübertragung im Handelsregister eingetragen werden. Die Handelsregistergebühren betragen in der Regel zwischen 100 und 200 Euro. Diese Kosten werden direkt vom zuständigen Registergericht erhoben.
Zusätzlich fallen Gebühren für die Änderung der Geschäftsführung an, falls Sie als neuer Eigentümer auch die Geschäftsführung übernehmen – was in den meisten Fällen üblich ist.
Eine GmbH benötigt ein separates Geschäftskonto. Die Eröffnung ist in der Regel kostenlos, die laufenden Kontoführungsgebühren variieren jedoch stark zwischen den Banken – von 0 Euro bei manchen Online-Banken bis zu 30 Euro monatlich bei traditionellen Geschäftsbanken.
Beachten Sie, dass das Stammkapital von 25.000 Euro auf dem Geschäftskonto vorhanden sein muss. Bei einer gekauften GmbH ist dieses Kapital bereits eingezahlt – Sie müssen es also nicht zusätzlich aufbringen, sondern übernehmen es mit der Gesellschaft.
Wenn Sie die Geschäftstätigkeit der GmbH ändern oder an einem neuen Standort fortführen, müssen Sie eine Gewerbeummeldung vornehmen. Die Kosten hierfür liegen zwischen 20 und 60 Euro, je nach Kommune.
Viele Käufer ziehen einen Steuerberater oder Rechtsanwalt hinzu, um die GmbH vor dem Kauf zu prüfen. Diese Due-Diligence-Prüfung kostet je nach Umfang zwischen 500 und 2.000 Euro, ist aber dringend zu empfehlen.
Der Steuerberater prüft dabei insbesondere:
Jede GmbH ist Pflichtmitglied in der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Die IHK-Beiträge richten sich nach dem Gewerbeertrag und beginnen bei etwa 150 Euro jährlich für kleine Gesellschaften ohne Umsatz. Diese Kosten sind nicht einmalig, sondern laufend zu zahlen.
Um die Kosten beim GmbH-Kauf richtig einzuordnen, lohnt sich ein Vergleich mit einer Neugründung:
Neugründung einer GmbH:
GmbH kaufen:
Der entscheidende Vorteil: Beim Kauf übernehmen Sie das Stammkapital, müssen es also nicht zusätzlich aufbringen. Wenn Sie eine GmbH sofort kaufen, sparen Sie zudem wertvolle Zeit und können unmittelbar operative Geschäfte tätigen.
Ältere GmbHs erzielen höhere Preise, da sie potenziell eine bessere Bonität bei Geschäftspartnern und Banken genießen. Eine Gesellschaft, die bereits mehrere Jahre im Handelsregister eingetragen ist, wirkt etablierter – auch wenn sie bislang keine operative Geschäftstätigkeit hatte.
Manche Anbieter verkaufen GmbHs mit bereits eröffnetem Geschäftskonto. Dies kann den Preis um 500 bis 1.500 Euro erhöhen, spart Ihnen aber Zeit und den Aufwand der Kontoeröffnung.
Premium-Faktoren, die den Preis steigern können:
Viele Anbieter bieten Paketlösungen an, die über den reinen Gesellschaftskauf hinausgehen. Diese Zusatzleistungen erhöhen zwar die Anfangsinvestition, können aber insgesamt Zeit und Geld sparen:
Besonders für Nicht-EU-Bürger oder Unternehmer, die nicht persönlich in Deutschland präsent sein können, sind solche Services wertvoll.
Für eine realistische Kostenplanung beim GmbH-Kauf sollten Sie folgende Checkliste durchgehen:
Eine fertige GmbH kaufen bedeutet nicht nur einmalige Anschaffungskosten, sondern auch laufende Verpflichtungen. Planen Sie daher mit einem Gesamtbudget von mindestens 5.000 bis 8.000 Euro für das erste Jahr.
Die größte Gefahr beim GmbH-Kauf sind unerkannte Altlasten. Lassen Sie deshalb immer eine professionelle Prüfung durchführen. Seriöse Anbieter garantieren lastenfrei Gesellschaften und übernehmen eine Haftung für eventuelle Altschulden.
Angebote deutlich unter 2.000 Euro sollten Sie kritisch hinterfragen. Oft fehlen hier wichtige Leistungen oder die Gesellschaft weist Mängel auf. Ein realistischer Preis für eine saubere Vorratsgesellschaft beginnt bei etwa 2.500 Euro.
Achten Sie darauf, dass alle Kosten transparent im Kaufvertrag aufgeführt sind. Seriöse Anbieter weisen alle Gebühren klar aus und verstecken keine Kosten im Kleingedruckten.
Die Kosten für den Kauf einer GmbH bewegen sich in einem überschaubaren Rahmen von 3.500 bis 7.000 Euro für eine Standardtransaktion. Im Vergleich zur Neugründung sparen Sie nicht nur die Aufbringung des vollen Stammkapitals, sondern gewinnen vor allem Zeit – ein oft unterschätzter Wert im Geschäftsleben. Entscheidend für eine erfolgreiche und kostenbewusste Transaktion ist die Zusammenarbeit mit einem seriösen Anbieter, der transparente Preise bietet und lastenfreie Gesellschaften garantiert. Mit der richtigen Vorbereitung und realistischer Kalkulation steht Ihrem schnellen Einstieg in die unternehmerische Selbstständigkeit nichts im Wege.